Familienberichterstattung

In den letzten Jahren hat kommunale Familienberichterstattung zunehmend an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt aufgrund der vom Team Familienberichterstattung (früher ZEFIR, heute Faktor Familie) durchgeführten Modellprojekte „Kommunale Familienberichterstattung in Nordrhein-Westfalen“ und „Kommunales Management für Familien – KommaFF“.

Für die Zwecke örtlicher Familienpolitik sind die hoch aggregierten Daten und Analysen von Familienberichterstattung auf Bundes- oder Landesebene wenig hilfreich. Nirgends ist es so wie im Durchschnitt. Genauer hinschauen lohnt sich nicht nur, sondern ist für die Gestaltung einer passgenauen Familien- und Sozialpolitik unerlässlich. Familienpolitik benötigt differenziertes Wissen über die Familien vor Ort. Nur so kann „familienpolitischer Blindflug“ vermieden werden.

Um differenziertes Wissen über Familie vor Ort zu erlangen, bedarf es unterschiedlicher Zugänge und Methoden. Wir bedienen uns im Rahmen unserer Familienberichterstattung daher nicht nur amtlicher und prozessproduzierter Daten der Verwaltung, sondern befragen darüber hinaus auch die Familien (Haushaltsbefragungen) und Familienmitglieder (Kinder-/Seniorenbefragungen) selbst.

Thematisch umfasst unser Konzept einer kommunalen Familienberichterstattung neben grundlegenden soziodemografischen und sozioökonomischen Themen die Bereiche „wirtschaftliche Lage von Familien“, „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Lebensraum Stadt“, „Kinder in der Familie“ und „Familien mit besonderen Unterstützungsbedarfen“. Je nach Kommune können weitere/andere Themen im Vordergrund stehen. Adressaten kommunaler Familienberichterstattung sind lokale Politik und Verwaltung, Akteure örtlicher Familienpolitik sowie die Öffentlichkeit im umfassenden Sinne. Häufig haben diese Akteure nur wenige Informationen über die sozialen Verhältnisse in ihrer Kommune und in den Stadtteilen.

Familienberichterstattung umfasst für uns aber nicht nur die Bereitstellung von Daten. Wir verstehen kommunale Familienberichterstattung als ein Instrument, mit dem die Grundlage für eine passgenaue Familienförderung vor Ort geschaffen wird. Aufbauend auf diese Grundlagen gilt es, die Ergebnisse vor Ort zu präsentieren und damit den unterschiedlichen Akteuren zugänglich zu machen, gemeinsam über die Ergebnisse zu diskutieren und auf der Basis der Daten zu Taten zu kommen. Die Begleitung dieses Prozesses (Sozialraumgesprächen, Planungsgruppen etc.) ist für uns ein selbstverständlicher Bestandteil von Berichterstattung.

 

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